Interior Designer ist nicht gleich Interior Designer: Worauf Kunden bei der Auswahl achten sollten
- studio amaku

- 25. Juli
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 29. Juli
Wer eine Wohnung, ein Haus oder eine Ferienimmobilie gestalten möchte, sucht häufig nach einem Interior Designer. Bei der Recherche fällt jedoch schnell auf, dass sich hinter dieser Berufsbezeichnung sehr unterschiedliche berufliche Wege, Qualifikationen und Leistungsangebote verbergen.
Manche Interior Designer kommen aus der Architektur, Innenarchitektur oder einem vergleichbaren Studium. Andere haben eine Ausbildung, eine Weiterbildung oder einen spezialisierten Kurs absolviert. Wieder andere haben sich durch langjährige praktische Erfahrung, ein gutes Gespür für Ästhetik und zahlreiche realisierte Projekte einen Namen aufgebaut.
All diese Wege können zu überzeugenden Ergebnissen führen. Für Kunden ist es jedoch wichtig zu verstehen, welche Art von Unterstützung sie tatsächlich benötigen.
Denn die Auswahl von Möbeln und Farben ist nur ein Teil professioneller Raumgestaltung. Besonders bei Neubauten, Renovierungen und vollständigen Immobilienprojekten spielen auch Grundrissplanung, technische Machbarkeit und Baustellenkoordination eine entscheidende Rolle.

Unterschiedliche Ausbildungswege, unterschiedliche Schwerpunkte
Der Bereich Interior Design ist vielfältig. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Qualifikationen der Personen, die in diesem Bereich arbeiten.
Ein kompakter Interior-Design-Kurs konzentriert sich häufig auf Themen wie:
Farbkonzepte,
Wohnstile,
Möbelkombinationen,
Dekoration,
Moodboards,
grundlegende Raumgestaltung.
Diese Kenntnisse können insbesondere bei der optischen Neugestaltung eines bereits fertigen Raumes sehr hilfreich sein.
Ein Architektur- oder Innenarchitekturstudium geht normalerweise deutlich tiefer in die räumliche und technische Planung. Neben Gestaltung werden unter anderem folgende Bereiche behandelt:
Grundrissentwicklung,
Proportionen und Raumwirkung,
Konstruktion,
Gebäudetechnik,
Materialien,
technische Zeichnungen,
Lichtplanung,
ergonomische Anforderungen,
Bauabläufe,
Kommunikation mit Fachplanern und Handwerkern.
Der Unterschied liegt daher nicht unbedingt darin, wer einen besseren Geschmack besitzt. Er liegt vor allem im Umfang und in der Tiefe der Planung.
Gutes Styling und ganzheitliche Planung sind nicht dasselbe
Ein schön eingerichteter Raum kann durch passende Möbel, Farben, Textilien und Dekoration entstehen.
Bei einer vollständigen Interior-Planung müssen jedoch zusätzliche Fragen beantwortet werden:
Funktioniert der Grundriss im Alltag?
Sind die Laufwege ausreichend?
Ist genug Stauraum vorhanden?
Wo müssen Steckdosen und Schalter positioniert werden?
Wie werden Küche und Sanitärräume technisch angeschlossen?
Welche Beleuchtung wird für die unterschiedlichen Nutzungen benötigt?
Sind maßgefertigte Möbel umsetzbar?
Passen Materialien, Konstruktion und Budget zusammen?
Können die geplanten Details von den Handwerkern tatsächlich gebaut werden?
Ein überzeugendes Bild oder Moodboard zeigt eine gestalterische Idee. Eine professionelle Ausführungsplanung übersetzt diese Idee in Maße, Anschlüsse, Materialien und konkrete Lösungen.
Genau an dieser Stelle zeigen sich häufig die größten Unterschiede zwischen verschiedenen Interior-Design-Angeboten.
Mein Hintergrund: Masterabschluss in Architektur
Als Gründerin von AMAKU Interior bringe ich einen Masterabschluss in Architektur in jedes Projekt ein.
Diese Ausbildung ermöglicht es mir, einen Raum nicht nur aus dekorativer, sondern auch aus architektonischer und technischer Perspektive zu betrachten.
Für meine Kunden bedeutet das, dass ich nicht erst bei der Auswahl von Sofa, Leuchten und Vorhängen beginne. Ich beschäftige mich zunächst mit der Struktur des Raumes:
Wie wird der Raum genutzt?
Welche Bereiche müssen miteinander verbunden werden?
Welche Blickachsen sollen entstehen?
Wo fehlen funktionale Flächen?
Welche Einbauten verbessern den Grundriss?
Wie beeinflussen Licht, Materialien und Proportionen die Atmosphäre?
Das Interior wird dadurch nicht als zusätzliche Schicht auf einen bestehenden Raum gesetzt. Es wird gemeinsam mit der Architektur entwickelt.
Vorteil 1: Frühzeitige Erkennung von Planungsproblemen
Viele gestalterische Probleme entstehen bereits lange vor der Auswahl der Möbel.
Ein Lichtauslass befindet sich nicht mittig über dem späteren Esstisch. Hinter dem geplanten Bett fehlen Steckdosen. Eine Tür kollidiert mit einem Schrank. Die Klimaanlage hängt an der einzigen möglichen Wand für den Fernseher. Für die Vorhänge wurde kein ausreichender Abstand vorgesehen.
Solche Details wirken zunächst klein, können später jedoch zu sichtbaren Kompromissen und zusätzlichen Kosten führen.
Durch meinen architektonischen Hintergrund kann ich Grundrisse und technische Pläne frühzeitig analysieren. So lassen sich viele Probleme erkennen, bevor sie auf der Baustelle entstehen.
Das ist besonders wertvoll bei:
Neubauwohnungen,
Immobilien im Bau,
vollständigen Renovierungen,
Umbauten,
maßgefertigten Einbauten,
schlüsselfertigen Projekten.
Vorteil 2: Planung über den einzelnen Raum hinaus
Ein Interior sollte nicht aus vielen unabhängig gestalteten Zimmern bestehen.
Wohnbereich, Küche, Flur, Schlafzimmer und Badezimmer sollten miteinander verbunden sein, ohne identisch zu wirken. Materialien, Farben, Beleuchtung und Formen müssen sich wiederholen oder bewusst ergänzen.
Als Architektin betrachte ich deshalb immer die gesamte Immobilie.
Eine Steinoberfläche aus der Küche kann beispielsweise in einem Waschtisch wieder aufgenommen werden. Die Holzoberfläche eines Einbauschrankes kann sich in der TV-Wand fortsetzen. Die Beleuchtung des Flures kann die Atmosphäre des Wohnraumes bereits beim Betreten ankündigen.
Durch diese übergeordnete Planung entsteht ein ruhiges und zusammenhängendes Gesamtbild.
Vorteil 3: Technische Zeichnungen für eine präzise Umsetzung
Eine gestalterische Idee kann nur dann überzeugend umgesetzt werden, wenn sie für die ausführenden Unternehmen verständlich dokumentiert ist.
Zu einer vollständigen Planung können beispielsweise gehören:
bemaßte Grundrisse,
Möbelpläne,
Elektropläne,
Beleuchtungspläne,
Wandansichten,
Küchenzeichnungen,
Badplanung,
Zeichnungen für den Schreiner,
Material- und Produktlisten,
Detailzeichnungen.
Diese Unterlagen reduzieren Interpretationsspielraum auf der Baustelle.
Der Schreiner erkennt, welche Maße und Anschlüsse benötigt werden. Der Elektriker weiß, wo Steckdosen, Schalter und Lichtauslässe vorgesehen sind. Der Steinmetz erhält Informationen zu Material, Stärke und Kanten. Die einzelnen Gewerke können ihre Arbeiten besser aufeinander abstimmen.
Visualisierungen zeigen, wie ein Raum später wirken soll. Technische Zeichnungen erklären, wie er gebaut werden muss.
Beides gehört für mich zu einer professionellen Planung zusammen.
Vorteil 4: Gestaltung und technische Machbarkeit verbinden
Nicht jede schöne Idee ist ohne Weiteres umsetzbar.
Manche Details benötigen bestimmte Wandaufbauten, Unterkonstruktionen oder Anschlüsse. Große Steinplatten haben technische Anforderungen. Schwebende Möbel müssen sicher befestigt werden. Indirekte Beleuchtung benötigt ausreichend Platz, Stromzufuhr und eine zugängliche Position für technische Komponenten.
Durch mein Architekturstudium kann ich gestalterische Wünsche frühzeitig mit ihrer Machbarkeit verbinden.
Das bedeutet nicht, kreative Ideen einzuschränken. Im Gegenteil: Eine gute technische Lösung ermöglicht es häufig erst, dass eine besondere Gestaltung sauber und dauerhaft umgesetzt werden kann.
Vorteil 5: Kommunikation mit Handwerkern und Fachunternehmen
Zwischen einem Entwurf und der fertigen Immobilie liegen zahlreiche Abstimmungen.
Schreiner, Elektriker, Installateure, Fliesenleger, Maler, Steinmetze, Monteure und Lieferanten arbeiten an unterschiedlichen Teilen desselben Projektes. Kleine Änderungen eines Gewerks können Auswirkungen auf mehrere andere Arbeiten haben.
Ein Beispiel:
Wird die Position einer Kücheninsel verändert, betrifft dies möglicherweise den Bodenanschluss, die Elektrik, die Beleuchtung, die Dunstabzugslösung und die Bewegungsflächen rund um die Küche.
Dank meiner Ausbildung und praktischen Erfahrung kann ich mit den beteiligten Unternehmen auf technischer Ebene kommunizieren und gestalterische Anforderungen verständlich erklären.
Das ist besonders wichtig für Kunden, die nicht dauerhaft vor Ort leben und nicht jede Abstimmung selbst übernehmen können.
Vorteil 6: Realistische Planung von Beginn an
Ein gutes Interior-Konzept sollte nicht nur schön aussehen, sondern auch zum Budget, zum Zeitrahmen und zur tatsächlichen Nutzung passen.
Eine Ferienwohnung benötigt möglicherweise andere Materialien als ein privat genutztes Zuhause. Eine Immobilie für Familien braucht robuste Oberflächen, ausreichend Stauraum und flexible Schlafmöglichkeiten. Ein hochwertiges Apartment zur Vermietung sollte auf Fotos überzeugen, aber gleichzeitig pflegeleicht und langlebig sein.
Als Architektin beziehe ich diese Anforderungen bereits in die Entwurfsphase ein.
Dadurch entsteht kein Konzept, das später vollständig angepasst werden muss, weil Produkte nicht verfügbar, Details nicht umsetzbar oder Kosten nicht realistisch waren.
Bedeutet ein Abschluss automatisch bessere Gestaltung?
Nein. Ein akademischer Abschluss allein garantiert weder guten Geschmack noch ein überzeugendes Ergebnis.
Es gibt talentierte Interior Designer, die keinen Architekturabschluss besitzen und durch Kreativität, Erfahrung und ein starkes Gespür für Farben, Möbel und Atmosphäre hervorragende Räume gestalten.
Genauso bedeutet ein Architekturstudium nicht automatisch, dass jede Person den passenden Stil für jedes Projekt entwickelt.
Für Kunden sollte deshalb immer die Kombination entscheidend sein aus:
Ausbildung und fachlichem Hintergrund,
realisierten Projekten,
technischem Verständnis,
gestalterischer Handschrift,
Arbeitsweise,
Kommunikation,
Umfang der angebotenen Leistungen.
Der Vorteil meines Masterabschlusses liegt nicht darin, andere berufliche Wege abzuwerten. Er liegt darin, dass ich meinen Kunden neben der gestalterischen Arbeit eine zusätzliche Ebene der architektonischen und technischen Planung bieten kann.
Welche Art von Unterstützung benötigen Sie?
Nicht jedes Projekt benötigt denselben Leistungsumfang.
Wer einen bereits fertiggestellten Raum lediglich mit neuen Möbeln, Farben und Accessoires verändern möchte, kann mit einer reinen Styling-Beratung sehr gut beraten sein.
Wer hingegen eine Immobilie neu baut, vollständig renoviert oder aus der Entfernung einrichten lässt, benötigt häufig eine umfassendere Begleitung.
In diesem Fall sollte ein Interior Designer unter anderem folgende Fragen beantworten können:
Werden auch Grundrisse optimiert?
Gibt es technische Zeichnungen?
Wird die Elektro- und Lichtplanung berücksichtigt?
Können maßgefertigte Möbel geplant werden?
Erfolgt eine Abstimmung mit Handwerkern?
Werden Materialien technisch geprüft?
Gibt es Unterstützung bei Bestellung und Montage?
Kann das Projekt auch vor Ort begleitet werden?
Der Leistungsumfang sollte bereits vor Projektbeginn klar definiert werden.
Der Ansatz von AMAKU Interior
Bei AMAKU Interior verbinde ich Architektur, Interior Design und praktische Umsetzung zu einem ganzheitlichen Prozess.
Meine Leistungen können – abhängig vom Projekt – umfassen:
Grundriss- und Raumplanung,
Interior-Konzept,
Material- und Farbauswahl,
2D- und 3D-Visualisierungen,
technische Zeichnungen,
Elektro- und Beleuchtungsplanung,
Küchen- und Badplanung,
Entwurf maßgefertigter Möbel,
Produktauswahl,
Koordination von Lieferanten und Handwerkern,
Begleitung der Umsetzung,
finale Einrichtung.
Mein Ziel ist nicht nur, einen Raum zu gestalten, der auf Bildern schön aussieht.
Er soll technisch funktionieren, sorgfältig umgesetzt werden und langfristig zur Immobilie und zu den Menschen passen, die ihn nutzen.
Die richtige Qualifikation hängt vom Projekt ab
Interior Designer unterscheiden sich nicht nur durch ihren persönlichen Stil. Sie unterscheiden sich auch durch Ausbildung, Erfahrung, technisches Wissen und Leistungsumfang.
Ein kurzer Kurs kann eine gute Grundlage für Styling und dekorative Beratung schaffen. Praktische Erfahrung kann ein starkes Gespür für Möbel, Farben und Trends entwickeln. Ein Architekturstudium erweitert diese Perspektive um räumliche, konstruktive und technische Kompetenzen.
Für Kunden ist daher nicht die Frage entscheidend, welcher Ausbildungsweg grundsätzlich der beste ist.
Die entscheidende Frage lautet:
Passt die Qualifikation und Arbeitsweise des Designers zu den Anforderungen meines Projektes?
Bei komplexen Immobilienprojekten bietet mein Masterabschluss in Architektur einen klaren Vorteil: Gestaltung, technische Planung und Umsetzung werden nicht getrennt betrachtet, sondern von Beginn an als zusammenhängendes Ganzes entwickelt.



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